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Erlebnisberichte

Bärbel + Bernd Gerald Friedel, September 2009 im Lobeke NP, Kamerun

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Wenige Minuten nach 15 Uhr beginnt unsere erste Expedition in den Regenwald. Wir werden von Bienvennue, einem jungen Pygmäen geführt. Der Regenwald ist nur teilweise so, wie wir ihn uns vorgestellt und im Fernsehen demonstriert bekommen haben. Die Bäume sind teilweise bis zu schätzungsweise 50 Meter hoch, von Lianen umschlungen und epiphytär bewachsen. Zu hören sind Vögel und Affen, aber bis auf ein paar Mangaben in weiter Ferne sind keine Tiere zu sehen. In dieser grünen Unendlichkeit verliert sich alles. Auch vermisst Bärbel die Orchideen, auf die sie sich so gefreut hat. Während wir so unseren Gedanken nachhängen, bleibt Bienvennue des öfteren stehen, horcht und riecht in das Dickicht, untersucht Fußspuren. Nach kurzer Zeit stoßen wir auf frische Gorillalosung. Wir sind mucksmäuschenstill, laufen weiter, die Spuren verlieren sich wieder. Fast hätten wir den Gorilla vergessen, als uns ein markerschütternder Schrei erstarren lässt. Ich habe schon Löwenmännchen aus wenigen Metern brüllen hören, das war gesäuselt gegen diesen Schrei. Hinter einem Urwaldriesenbaum steht ein Silberrücken und schreit und brüllt sich die Kehle aus dem Leib. Panik macht sich breit. Barry fliegt an mir vorbei, sein Gesicht ist seltsam starr, die Augen angstvoll geweitet. Ich folge ihm wie von einem Magneten angezogen ein paar Schritte, drehe mich um und sehe, dass Bärbel nicht mitkommt und im Unterholz zurückgezogen hockt. Ich laufe zurück und rufe: Bärbel komm, wir müssen abhauen. Zur gleichen Zeit sehe ich Bienvennue, der auf den Baum zugegangen ist, hinter dem der Gorilla steht. Er schlägt mit seiner Machete gegen den Stamm, wieder und immer wieder, brüllt mit einer Stimme, die keiner dem kleinen Kerl zugetraut hätte, dreht sich ab und an zu uns um und lacht. Ich weiß nicht, ob er über uns lacht, oder über die Situation, aber die ist eher ernst als komisch. Nun passiert das Erstaunliche und etwas, was ich nie vermutet hätte. Der Gorilla zieht sich zurück. Die Schreie verstummen. Wir sind aufgepulvert und haben weiche Knie. Das war Adrenalin pur!



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