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Die Karamojong

Die Karamojong sind ein halbnomadisches Hirtenvolk im trockenen Nordosten Ugandas. Sie bewohnen vor allem den südlichen Teil der Provinz Karamoja. Insgesamt bilden sie sechs verschiedene ethnische Gruppen, die in einem für Europäer undurchsichtigen Clansystem zusammenleben. Die Karamojong sprechen innerhalb ihrer Untergruppen jeweils einen eigenen ostnilotischen Dialekt. Sie können sich mit näher verwandten Völkern wie den Turkana, Toposa, Dodoth und Jie mit dieser Sprache verständigen.



Im Leben der Karamojong spielt das Vieh eine zentrale Rolle. Ihr ganzes Denken, ihre Werte und Zahlmittel werden an den Tieren gemessen. Die Karamojong hegen den Glauben, dass alles Vieh des Landes ihnen gehören solle. Darum kommt es häufiger zu Viehdiebstählen unter den Völkern. Diese Praktiken waren über Jahrzehnte hinweg für viele Clans normal und der Viehdiebstahl untereinander, aber auch von anderen Stämmen und sogar über die Grenze zu Kenia hinweg wurde regelrecht als Sport betrieben.



Daraus entwickelte sich ein regelrechter Viehkrieg, wobei die bewaffneten „Cattle Rustler“ bei nächtlichen Aktionen ganze Viehherden stahlen. Durch die weite Verbreitung von automatischen Gewehren waren diese Überfälle von Gewalt, Brutalität und Tod geprägt. Stämme und Gruppen ohne moderne Waffen wurden einfach überrannt. Zahlreiche Versuche des ugandischen Staates, die Karamojong in die Selbstverwaltung ihres Gebietes mit einzubinden und damit Frieden zu schaffen, scheiterten. Es gelang auch nicht, alle Waffen zu registrieren bzw. einzuziehen.



In den Jahren 1999 und 2000 kam es bereits wieder zu erheblichen bewaffneten Auseinandersetzungen um Viehbestände in Karamoja, in deren Folge abermals mehrere hundert Menschen starben. Im darauffolgenden Jahr startete die ugandische Regierung ein groß angelegtes Entwaffnungsprogramm, um eine dauerhafte Befriedung Karamojas zu erreichen. Bedauerlicherweise scheiterte dieses Vorhaben, da nur 9000 der geschätzten 100000 Handfeuerwaffen konfisziert werden konnten.



Ein weiterer Grund für das Verhalten der Karamojong ist, dass es neben den spärlichen Einkünften aus der Viehzucht und Landwirtschaft in der kargen Region keine alternativen Einkommensmöglichkeiten gibt. Die Waffen wirken eine enorme Anziehungskraft auf die Karomojong und geben ihnen das Gefühl von Macht. All diese Umstände führen zu gewaltsamen Viehdiebstählen, Waffenhandel oder Schmuggel.
Eine wichtige Rolle spielen touristische Einnahmen für die Region Karamojas, einer landschaftlich hochinteressanten Gegend.



Sangha Lodge News

Sonntagmorgen – die Lodge-Gäste waren zum Gorilla-Tracking aufgebrochen. Mark Jefferies, eine befreundeter Südafrikaner und Pilot sagte plötzlich: Lass uns doch mal Dein Camp aus der Luft betrachten. … mehr (Rod Cassidy, Manager Sangha Lodge, ZAR, Oktober 2010)