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Die Podoko

Die Mandara-Berge im Norden an der Grenze zu Nigeria gehören zu den schönsten Gebieten Kameruns. Rund 100 m hoch ragen hier bizarre Felsnadeln in den Himmel, die zurückgebliebenen Basaltkerne der erodierten Vulkankegel. Über die steinigen Berghänge verstreut liegen die malerischen Dörfer der Kapsiki, der Mafa, der Podoko und der Mahakam. Die Podoko, eine relativ kleine Ethnie, leben seit etwa 400 Jahren in der Umgebung von Mora. Der Boden in den Bergen ist karg, das Wasser in der Trockenzeit knapp. Aufgrund zahlreicher Gefechte um die Ernteerträge und um Frauen wurden die einzelnen Dörfer zu kleinen Festungen ausgebaut. So entstand unter anderen das Dorf Oudijlla, das wie ein Adlernest in 800 m Höhe auf einem Felsvorsprung mit fantastischem Blick auf die gesamte Umgebung errichtet wurde.



Einen großen, touristischen Bekanntheitsgrad hat König Mozogo erlangt, der mit seinen etwa fünfzig Frauen und über 110 Kindern einen Saré bewohnt. Das von Lehmmauern eingeschlossene Anwesen der Familie des Oberhauptes kann gegen eine Gebühr besichtig werden. Die kunstvollen Lehmhütten mit spitzen Strohdächern sind eng zusammen gebaut und ihre Farben gliedern sich perfekt in die Landschaft ein. Jede der 50 Ehefrauen verfügt über ihre eigene Hütte, zwei Speicher und eine Küche mit Mahlstein und Feuerstelle.



Bei der Vielzahl der Ehefrauen lässt sich leicht ermessen, wie umfangreich ein solcher Komplex sein muss. Der Chief muss sich bestens auskennen, denn er stattet von Nacht zu Nacht einer seiner Frauen einen Besuch ab. In einem der Räume trifft der Chief mit den Ältesten und „sub-chiefs“ anderer Dörfer zu Besprechungen zusammen und spricht als oberste Instanz des Dorfes das Recht in Familien- und Dorfstreitigkeiten. In einem weiteren Raum befinden sich verstaubte Tonkrüge gefüllt mir Hirsebier. So nimmt der Chief, auch Fon genannt, Kontakt zu den Ahnen auf, die auch nach ihrem Ableben nicht auf das berauschende Bier verzichten möchten.



Es schließt sich der Raum an, in dem der Vater des jetzigen Chief beerdigt ist. Traditionsgemäß nimmt hier die Witwe des Toten ihren Schlafplatz ein. Ist diese ebenfalls verstorben, übernimmt die erste Frau des Oberhauptes die Aufgabe der Totenwache. In einem vollkommen düsteren Raum wird ein Jahr lang ein Rind gehalten, welches beim kommenden Erntedankfest geopfert wird. Dank der Abgeschiedenheit haben in den Mandara-Bergen viele Bräuche den Ansturm der Moderne überlebt. Bei den Podoko tanzen die Frauen immer noch uralte Tänze, bei denen sie elegant die Sichel schwingen.