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Der Cross-River Gorilla (Gorilla gorilla diehli)

Der Cross-River-Gorilla ist eine der beiden Unterarten des Westlichen Gorillas aus der Primatenfamilie der Menschenaffen (Hominidae). Er stellt die nordwestlichste und mit nur wenigen hundert Tieren eine der am stärksten bedrohten Gorillapopulationen dar.



Beschreibung

Vom Westlichen Flachlandgorilla, der zweiten Unterart des Westlichen Gorillas, unterscheidet er sich im Bau des Schädels und der Zähne. So hat der Cross-River-Gorilla schmalere Zähne, einen schmaleren Gaumen und einen kürzeren Schädel.



Verbreitung

Cross-River-Gorillas kommen ausschließlich in der Grenzregion zwischen Nigeria und Kamerun vor und sind nach dem dort verlaufenden Fluss Cross River benannt. Sie sind damit die nordwestlichste Gorillapopulation und rund 300 Kilometer vom Verbreitungsgebiet der Westlichen Flachlandgorillas getrennt. Im Gegensatz zu diesen bewohnen sie nicht nur tiefer gelegene Wälder, sondern auch Bergregionen bis in 1600 Meter Höhe. Über die Lebensweise ist kaum etwas bekannt.



Schutz und Gefährdung

Die Gesamtpopulation der Cross-River-Gorillas wird auf 250 bis 300 Tiere geschätzt, die IUCN listet sie als „vom Aussterben bedroht“ (critically endangered). Die Zerstörung ihres natürlichen Lebensraumes und die Bejagung stellen die Hauptbedrohung dar. Zum Schutz der Cross-River-Gorillas hat die Regierung Kameruns im Jahr 2008 den Takamanda-Nationalpark eingerichtet.



(Quelle: Vgl. http://tierdoku.de, Sept. 2010)


Gorillaschutz im Cross-River Gebiet (Nigeria - Kamerun)

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Cross-River-Gorilla in Uganda

Im südlichen Grenzgebiet zwischen Nigeria und Kamerun liegt das Cross River Delta, ein Gebiet von undurchdringlichen Regenwäldern. Weitab von der Zivilisation leben hier neben einigen sehr interessanten Naturvölkern auch große Populationen an Gorillas und Schimpansen. Jahrhundertelang lebten Menschen und Menschenaffen harmonisch nebeneinander. In den letzten Jahrzehnten schoben sich jedoch die Siedler immer mehr in das Innere des Waldes hinein und drängten die Tiere zurück. Anders als bei beispielsweise Muslimen stehen Wildtiere als sogenanntes Buschfleisch fest auf dem Speiseplan der Waldbewohner.

Die Gorillas sind hiervon zum Glück nur teilweise betroffen, denn geschützt waren sie vor allem durch kulturelle Tabus: Gorillafleisch durfte bei den meisten Völkern nicht gegessen werden. Trotzdem gab es beispielsweise im Jahr 1986 im Cross River Gebiet 15 Jagdgemeinschaften, wobei schon eine einzige von ihnen acht Gorillas getötet hatte Zu dieser Zeit wurden in Nigeria doppelt so viele Gorillas getötet wurden, wie Jungtiere zur Welt kamen. Ein einziger Gorilla konnte auf dem Markt für den doppelten Monatslohn verkauft werden. Um die Jahrtausendwende begannen einige Hilfsorganisationen, sich dem Schutz der Tiere zu widmen. Jäger wurden „umgeschult“, um ihnen eine andere Arbeit zu geben.

Die Regierung Nigerias versucht, den Handel mit Buschfleisch zu unterbinden. Nur das kann die schwarzen Riesen retten, denn nur allzu oft sterben Gorillas in den Schlingen der Jäger. Die Regierung steht hierbei einer ganzen Handelskette gegenüber. Der Jäger verkauft das Fleisch an Zwischenhändler, die es an Marktfrauen und Hotels weiterverkaufen.

Die Schmuggler umgehen die Gebote: Märkte finden am Wochenende und Feiertagen statt, wenn es keine Kontrollen gibt. In den letzten Jahren kam der Schutz der Menschenaffen voran. Nach 2004 wurde das Tofala Hill Wildlife Sanctuary eingerichtet. Nun steht mit dem Cross River Nationalpark ein grenzüberschreitendes Schutzgebiet zur Verfügung. Hier wie auch im angrenzenden Ellioti Chimpanzee Sanctuary und dem Tofala-Mone Forest Corridor erforschen Wissenschaftler mit Kameras und Bewegungssensoren das Leben der Tiere.

Schon allein durch die Anwesenheit der Forscher beginnen die Dorfbewohner, die Tiere zu respektieren. Hilfsorganisationen, wie die Macher der Internetseite www.crossrivergorilla.org sensibilisieren die Menschen und schaffen andere Lebensperspektiven. Sie investieren zudem in die Randbereiche der Nationalparks, wo als Teil der Schutzbemühungen Gelder zum Bau von Schulen, Straßen und Stipendien ausgegeben werden. Trotzdem werden immer wieder in einzelnen Zwischenfällen Gorillas getötet. So gaben 2007 Dorfbewohner in Bumaji zu, in den letzten fünf Jahren zwei Gorillas getötet zu haben. So sollen sich die Farmer beim Brennholzsammeln körperlich bedroht gefühlt haben. Die Leute kennen immer noch das Verhalten der Tiere zu wenig.



Gorillaschutz mit Spürhunden im Cross River Gebiet

Ein Crossriver Gorilla in Kamerun

Das Gebiet des Cross River im Grenzgebiet zwischen Nigeria und Kamerun ist nicht nur bekannt für seinen überaus großen Reichtum an ethnologisch interessanten Gruppen, sondern gerade auch für seine Population an Cross River Gorillas. Bis vor einigen Jahrzehnten schützte der undurchdringliche Dschungel und die geringe Bevölkerungsdichte vor äußeren Einflüssen. Seitdem vom Kamerun wie auch von den Siedlungszentren Nigerias immer neue Gruppen desperater Siedler auf der Suche nach Lebensraum wie auch Wilderer auf der Jagd nach „Bushmeat“ in die Wälder eindringen, ist die Zukunft dieser Unterart ungewiß. Schätzungen zufolge gibt es nur noch wenige hundert Cross River Gorillas. Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig gehen nun ganz ungewöhnliche Wege zum Schutz der friedlichen Riesen. Sie testen, ob man den überaus seltenen Menschenaffen mit speziellen, in den USA ausgebildeten Spürhunden auf die Spur kommt. Mit ihren empfindlichen Nasen erschnüffeln die Spürhunde den Kot der Tiere. Mit diesen Funden könne man Größe und Verhalten der Populationen besser abschätzen, betonen die Wissenschaftler. Bei einem ersten Test stießen die Forscher auf dreimal soviele Kotreste als bisher. Hundespezialisten sind dabei nicht überrascht, denn Hunde verfügen über zehnmal mehr Riechzellen als Menschen. Die genetischen Analysen der Gorillafunde ergaben, dass die insgesamt 72 gefundenen Kotproben von 19 verschiedenen Tieren stammten – vier Männchen und 15 Weibchen. Insgesamt identifizierten die Wissenschaftler in den zwei Regionen vier Gorillagruppen.



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