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Länderinformationen zu Burundi

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Das nur knapp 28.000 Quadratkilometer große Land – einer der kleinsten Staaten auf dem afrikanischen Kontinent – liegt in Ostafrika. Es grenzt im Norden an Ruanda, im Osten an Tansania und im Westen an die DR Kongo, wobei der größte Teil dieser Grenze im Tanganjika-See verläuft. Am Ostufer des Sees steigt steil ein Hochplateau an, das ganz Burundi durchzieht und Höhen bis zu 1.800 Meter aufweist. In diesem Randgebirge des Ostafrikanischen Grabens entspringt auch einer der Quellflüsse des Nils, der Luvironza.




Geografie

Burundis Hauptstadt Bujumbura, die an der Westgrenze des Landes am Ufer des Tanganjika-Sees liegt, war bei ihrer Gründung 1876 ursprünglich nur ein kleiner Hafen. 1889 wurde es Militärposten im damaligen Deutsch-Ostafrika, nach dem Ersten Weltkrieg das Verwaltungszentrum des belgischen Völkerbund-Mandats über Ruanda-Urundi. Inzwischen ist Bujumbura, das bis 1962 Usumbura hieß, das verwaltungstechnische und wirtschaftliche Zentrum Burundis.




Klima

In Burundi herrscht äquatoriales Regenklima. Durch die Nähe zum Äquator unterliegen die Temperaturen im Jahresverlauf keinen großen Schwankungen – die Durchschnittstemperatur beträgt 23 bis 24 °C. Die Höhenlage mildert die sonst recht hohen Tagestemperaturen etwas, die Abende können im Hochland kühl werden. Die Trockenzeit reicht von Juni bis September, die Regenzeit von Oktober bis Mai, wobei es in den Höhenlagen weniger Niederschlag gibt.




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Politik und Gesellschaft

Die Republik Burundi ist eine Präsidiale Demokratie; Präsident ist Pierre Nkurunziza, der im Juni 2010 wiedergewählt wurde. Burundi gliedert sich in 17 Provinzen. In Burundis Hauptstadt Bujumbura und den angrenzenden Orten (Agglomeration Bujumbura) leben insgesamt gut eine Million Menschen. Die gesamte Bevölkerung Burundis umfasst 8,3 Mio. Menschen und setzt sich zum Großteil (85 Prozent) aus der Volksgruppe der Hutu und 10 bis 14 Prozent Tutsi zusammen. Seit langer Zeit schon sprechen diese sozialen Gruppen die gleiche Sprache (Kirundi), teilen die gleichen Wertvorstellungen und leben gemeinsam in ihren Dörfern. Die Mehrheit der Einwohner gehört christlichen Glaubensrichtungen an (67 Prozent). Die Landessprachen sind Kirundi und Französisch, außerdem wird Englisch und Swahili gesprochen.

Burundi ist ein Agrarstaat; mehr als 90 Prozent seiner Einwohner verdienen ihr Geld in der Landwirtschaft. Hauptexportgut ist Kaffee, der mehr als 60 Prozent der Export-Einnahmen erzeugt. Außerdem exportiert Burundi Tee, Baumwolle, Zucker und Tierhäute. Für afrikanische Verhältnisse ist Burundi dicht besiedelt; Land und Arbeitsplätze sind knapp, und die Rückkehr der Flüchtlinge verschärft die Situation zusätzlich. Burundi gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. 46 Prozent der Bevölkerung sind jünger als 15 Jahre, das Durchschnittsalter liegt bei 16,7 Jahren.




Geschichte

Ursprünglich war das Gebiet des heutigen Burundi wahrscheinlich von Vorfahren der Twa besiedelt. Hutu und Tutsi, die heute die überwiegende Bevölkerungsmehrheit stellen, wanderten später ein. Seit dem 15. Jahrhundert existierte das Königreich Burundi. An seiner Spitze stand der Mwami (Herrscher), der in der Regel aus der Gruppe der Tutsi kam.

1858 bereisten die ersten namentlich bekannten Europäer das heutige Burundi: Die Briten Richard Francis Burton und John Hanning Speke drangen auf der Suche nach den Nilquellen bis zum Tanganjikasee vor. Bei der Kongo-Konferenz 1884, die die Handelsfreiheit an Kongo und Niger im Sinne der europäischen Mächte regeln sollte und faktisch die Aufteilung Afrikas in Kolonien nach sich zog, wurde das Gebiet dem deutschen Einflussbereich zugeteilt. Die deutschen Kolonialherrscher regierten das Land mit Hilfe der Mwami und der lokalen Adeligen. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Burundi als Teil von Ruanda-Urundi dem belgischen Völkerbund-Mandat zugesprochen und gehörte ab 1925 zur Kolonie Belgisch-Kongo (heute DR Kongo). Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm die UNO das Mandat über die Region. 1961 fanden die ersten Parlamentswahlen statt. Der erste Regierungschef jedoch wurde noch im gleichen Jahr von einem bezahlten Mörder umgebracht – als Drahtzieher gelten die politischen Gegner.

1962 wird Burundi unabhängig, die Regierungspartei bricht in rivalisierende Lager auseinander. Hutus und Tutsis rangeln im die Macht. Erzwungene Rücktritte, Morde, Staatsstreiche folgen – der König flieht nach Europa, das Land versinkt in politischem Chaos. 1972 brechen die blutigen Konflikte zwischen Hutus und Tutsis erneut aus und fordern hunderttausende Opfer, zumeist Hutus. Auch in der Folgezeit halten die Auseinandersetzungen an. Im Herbst 1993 kommt es zu fürchterlichen Massakern, denen diesmal vorwiegend Tutsis zum Opfer fallen. 250.000 Menschen sollen allein seit 1993 umgekommen sein. Erst 2001 können sich beide Gruppen auf eine abwechselnde Staatsführung einigen, 2005 unterzeichnet die letzte Rebellengruppe den Waffenstillstand mit der Regierung. Seit 2004 sind auch die UN in Burundi präsent, um die Regierung zu stärken und die Folgen des Bürgerkriegs überwinden zu helfen. Die Situation entspannt sich, hunderttausende Flüchtlinge kehren in ihre Heimat zurück.




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