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Länderinformationen zur Demokratischen Republik Kongo

Allgemeines

Herzlich willkommen in der Demokratischen Republik Kongo. Eine interessante Geschichte, der Dschungel und die überaus gastfreundliche Bevölkerung werden Sie auf Ihrer spannenden Reise begleiten. Ursprünglich war das Land Heimat mehrerer Königreiche. Herausragend unter ihnen war das im 14. Jahrhundert gegründete Königreich Kongo, eines der größten afrikanischen Staatswesen überhaupt.



Geografie

Die Grenzen zum Kongo, mit seiner Hauptstadt Kinshasa, bilden im Norden die Zentralafrikanische Republik und der Sudan, im Osten Uganda, Ruanda, Burundi und der Tanganyika See, dem entlang die Grenzlinie nach Tansania verläuft. Im Süden grenzt der Kongo an Zambia, Angola ist das Nachbarland im Südwesten und Kongo (Brazzaville) ist Nachbarland im Westen. Kinshasa, bis 3. Mai 1966 Léopoldville ist die Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo. Die Stadt liegt am Pool Malebo am Kongo-Fluss direkt gegenüber von Brazzaville, der Hauptstadt der Republik Kongo, 350 Meter über dem Meeresspiegel. Die Stadt hat circa 8,1 Millionen Einwohner, die Agglomeration 9,3 Millionen und ist damit hinter Kairo und Lagos die drittgrößte Stadt Afrikas.
Rund 60 Prozent des Landes nimmt das Kongobecken mit seinen tropischen Regenwäldern ein. Es ist in allen Richtungen von Bergzügen von 500 bis 1.000 Meter Höhe begrenzt. Im Süden wird es vom Shaba- oder Katanga-Bergland begrenzt, das Teil der Lundaschwelle ist. Im Süden und Osten des Landes steigen die Bergzüge zu Hochgebirgen auf, wie die Mitumba-Berge und die Kundelungu-Berge im Süden und die Zentralafrikanische Schwelle und Virunga-Vulkane im Osten. Sie erreichen Höhen von bis zu 4.500 Meter und sind reich an Bodenschätzen wie Kupfer und Uran. Die höchste Erhebung ist mit 5.109 Meter der Margherita Peak und befindet sich im Ruwenzori-Gebirge an der Grenze zu Uganda.
Der größte und längste Fluss, der durch die DR Kongo fließt, ist der Kongo mit 4.374 Kilometer. Er entspringt im Süden im Mitumbagebirge und fließt etwa 1.000 Kilometer nach Norden, von wo er nach West-Südwesten umgelenkt wird. Hier besteht auch ein Binnendelta. Anschließend bildet er die Grenze zwischen der DR Kongo und der Republik Kongo, bevor er in den Atlantik mündet. Die 40 Kilometer lange Küste nördlich der Kongomündung in den Ozean stellt die einzige Öffnung zum Atlantischen Ozean dar. Hier befinden sich unter anderem Erdölvorkommen. Im Osten des Landes befindet sich die Seenkette des Großen Afrikanischen Grabens, die die Ostgrenze bildet. Dazu gehören unter anderem (von Nord nach Süd) der Albertsee, Eduardsee, Kiwusee und Tanganyika-See. Sie birgt darüber hinaus mit die bedeutendsten Naturschätze Afrikas. Hier wurde beispielsweise Erdgas gefunden, im Osten und Nordosten auch Gold und Zinn.



Politik und Gesellschaft

Nach der Herrschaft der Portugiesen bis zum Ende des 17. Jahrhunderts, welche durch völlige Zerstörung, Ausbeutung und Plünderung durch Sklavenjäger geprägt war, vereinnahmte Leopold II 1885 den Kongo als seinen „Privatbesitz“. Dieser Status jenseits allen Völkerrechts war in der ganzen Kolonialgeschichte einzigartig. Da mit dem Kongo zugleich auch alle seine Bewohner als rechtloser Privatbesitz angesehen wurden. Im Juni 1960 wurde die Republik Kongo von Belgien unabhängig. Patrice E. Lumumba wurde der erste Ministerpräsident des jungen Landes. Nach nur 18 Monaten Unabhängigkeit putschte der frühere Assistent Lumumbas, Joseph Mobutu und errichtete in den folgenden Jahrzehnten eine der längsten und grausamsten Diktaturen Afrikas. Ihm folgte 1997 der Rebellenführer Laurent-Désiré Kabila, der selbst einem Attentat zum Opfer fiel, und 2001 sein Sohn Joseph Kabila.

Die Demokratische Republik Kongo ist in zehn Regionen und den Hauptstadtdistrikt untergliedert. Es herrscht eine streng zentralistische Verwaltung. Seit dem 21. August 2000 bestand ein provisorisches Parlament mit 300 ernannten Mitgliedern. Seit 1997 waren politische Parteien verboten; die letzte freie Parlamentswahl bis 2006 fand 1965 statt. 2006 wurde Joseph Kabila als Präsident vereidigt. Offizieller Regierungschef ist der Premierminister Adolphe Muzito Im Allgemeinen ist das Sozialsystem des Landes sehr schlecht.

An der Bevölkerung gemessen ist die DR Kongo der viertgrößte Staat Afrikas. Die Republik zählt 60,7 Mio. Einwohner (Stand 2005) bzw. (66,5 Mio./2008). Die Bevölkerungsdichte beträgt 24 Einwohner pro km². In den letzten Jahren kam es zu massiven Flüchtlingsbewegungen. Die Bevölkerung setzt sich aus zwölf ethnischen Hauptgruppen zusammen, die sich wiederum in 240 kleinere Gruppen aufteilen. Die größten Bevölkerungsgruppen bilden die Kongo, Mongo, Luba und Lunda. Sie gehören den Bantuvölkern an, die etwa 80 % der Bevölkerung bilden. 15 % stammen von Sudangruppen ab, die man vor allem im Norden vorfindet. Minderheiten sind die Niloten im Nordosten sowie die Pygmäen in Waldgebieten und Hamiten im Osten. Die weiße, zumeist belgische Bevölkerung des Gebietes verließ bis etwa Ende der 1960er Jahre nahezu vollständig das Land.

Amtssprache ist Französisch. Außerdem existieren noch vier weitere Hauptsprachen sowie 210 andere Sprachen, die in der DR Kongo gesprochen werden: Lingála (von 50 % der Bevölkerung verstanden), Kikongo (30 %), Kiswahili („Suaheli“, 10 %), Tschiluba (und das nah verwandte Kiluba), Chokwe, Kituba. Die vier ersterwähnten haben den Status von Nationalsprachen. Es werden insgesamt 215 verschiedene Sprachen und Idiome gesprochen.

Das Königreich Kongo wurde – als einer der ersten Staaten Afrikas – bereits am Ende des 15. Jahrhunderts katholisch. Seit den frühen 1970er Jahren feiert die römisch-katholische Kirche in der Demokratischen Republik Kongo nach einem eigenen, dem sogenannten Zairischen Messritus, der manche afrikanischen Elemente inkulturiert hat. Etwa 80 % der Gesamtbevölkerung der DR Kongo gehören dem Christentum an (davon ca. 50 % Katholiken, etwa 30 % Protestanten). 10 % der Bevölkerung gehören der unabhängigen, afrikanischen Kirche der Kimbanguisten an und etwa 10 % entfallen mittlerweile auf kleinere muslimische Gemeinden. Daneben findet man auch traditionelle Religionen und Synkretismus.



Klima

Das Klima im Kongo ist tropisch und feucht. Die Durchschnittstemperatur beträgt 25°C und schwankt zwischen 20°C in der Trockenzeit (Mai bis Oktober) und 30°C in der Regenzeit (November bis April). Der jährliche Niederschlag beträgt etwa 150-200 Zentimeter, wobei das östliche Bergland das ganze Jahr über den meisten Regen verzeichnet.



Auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes finden Sie weitere aktuelle Informationen über die Demokratische Republik Kongo.




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