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Dzanga-Sangha Tropenwald-Reservat

Tief im Regenwald des nördlichen Kongobeckens befindet sich ein weltweit einzigartiges Rückzugsgebiet für Tausende von Tierarten von der agilen Treiberameise über exotische Schmetterlinge und eine reichhaltige Vogelwelt bis zu den großen Säugern. Das Dzanga-Sangha Tropenwald-Reservat liegt auf dem Gebiet der Zentralafrikanischen Republik, grenzt aber direkt an den Lobeke Nationalpark in Kamerun. Das Landschaftsbild ist geprägt von dichtem Regenwald mit natürlich entstandenen Lichtungen durchzogen von mineralstoffhaltigen Wasserarmen. Inzwischen erfreut sich das Schutzgebiet internationaler Bekanntheit für seine wunderschönen tropischen Regenwälder, die eine atemberaubende Vielfalt an Naturschätzen und die interessanten Kulturen der der Sangha-Fischer und der Ba'Aka-Pygmäen beherbergen.



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Die Ba'Aka-Pygmäen leben als Jäger und Sammler, werden von Zeit zu Zeit sesshaft und bereichern den Nationalpark mit ihrem umfassenden Wissen um die Geheimnisse des Urwaldes. Dank den Ba'Aka konnten die touristisch genutzten Aussichtsplattformen gezielt an Orten errichtet werden, an denen sich die sonst sehr menschenscheuen Waldelefanten am häufigsten versammeln. Einer dieser Orte ist die große Dzanga-Bai Lichtung, an der die Tiere das mineralstoffhaltige Wasser einer Quelle schlürfen. Dazu bohren die Elefanten Löcher in den lehmigen Boden, lassen diese mit Wasser füllen und saugen später mit dem Rüssel das nahrhafte Wasser auf. Auch Riesenwaldschweine, Waldbüffel, Hirschferkel, Graupapageien und die seltenen Bongo-Antilopen genießen die Saline. Manchmal findet sich sogar eine Familie von Westlichen Flachlandgorillas an dieser Stelle ein, doch meistens durchstreifen sie den dichten Wald auf der Suche nach Futter.



Unter fachkundiger Führung durch Ba'Aka-Pygmäen und WWF-Mitarbeiter können die Westlichen Flachlandgorillas aufgespürt und vorsichtig beobachtet werden. Im Gorilla-Habituierungsprojekt arbeitet der WWF gemeinsam mit den Pygmäen daran, die sanften Riesen an die Nähe der Menschen zu gewöhnen und somit Touristen diese einmalige Begegnung zu ermöglichen. Zwischen dem geschützten Regenwaldgebiet von Dzanga und Ndoki liegt eine 500 km² große, kommunale Jagdzone, auf welche Forstwirtschaftler und Trophäenjäger begehrlich schauen. In dieser Zone darf nur die einheimische Bevölkerung zur Eigenversorgung jagen. Kommerzielle Holznutzung ist vollkommen untersagt. Im Reservat herrscht dagegen eingeschränkte Nutzung durch Jagdsafaris, Holzindustrie und Landwirtschaft.



Die GTZ hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Begehrlichkeiten einzudämmen, ökologisch vertretbare Nutzungsmethoden auszuhandeln und das Bewusstsein für den Verlust unwiederbringlicher Naturressourcen in den Köpfen zu verankern. Nur so kann den Waldbewohnern nachhaltig ihr Lebensraum erhalten bleiben. Neben dem Naturschutz und der Förderung der lokalen Entwicklung engagiert sich die Schutzgebietsverwaltung seit langem im Ökotourismus und der Forschung. Eine Vielzahl gut erschlossener Tourismusaktivitäten, diverser Aussichtsplattformen, Waldpfade, einem Besucher-Informationszentrum sowie die wunderschönen Beherbergungsmöglichkeiten stehen Besuchern zur Verfügung und ermöglichen ihnen, einen Einblick in das Innerste des Regenwaldes zu bekommen, wie dies nur wenigen Menschen möglich ist.