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Der Kahuzi-Biéga Nationalpark

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Der Kahuzi-Biéga Nationalpark mit seinen üppigen Berg- und Flachlandregenwäldern wurde im Jahr 1970 vom Primatenforscher Adrian Deschryver gegründet und zählt zum UNESCO Naturerbe der Menschheit. Das rund 6000 km² große Schutzgebiet umfasst Bergland- und Flachlandregenwälder und wurde nach den umliegenden, erloschenen Vulkanen Kahuzi (3.308 m) und Biega (2.790 m) benannt. Er befindet sich im Osten der Demokratischen Republik Kongo etwa 50 Kilometer westlich der Stadt Bukavu in der Kivu Region.



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Der Park ist die Heimat von 11.000 verschiedenen Pflanzen und 409 Säugetierarten, darunter Schimpansen und die seltenen Östlichen Flachlandgorillas. Zudem vereinen sich hier ca. 1080 Vogelarten und 409 verschiedene Säugetierarten zu einem vielstimmigen Urwaldkonzert. 1998, vor dem Krieg, waren es 8000 Gorillas, heute sind es höchstens 1000. Alle vier Gorillafamilien, die die Parkmitarbeiter so an Menschen gewöhnt hatten, dass sie von Touristen besucht werden konnten, wurden während des Krieges verjagtoder getötet.



Trotz immer wieder aufflackerndem Bürgerkrieg ging die Arbeit zumindest in einem kleinen Teil des Parks weiter, sodass es inzwischen wieder zwei zahme Gorillafamilien gibt, die von Touristen besucht werden können. In Höhen zwischen 2100 und 2400 Metern leben diese imposanten Vertreter der Menschenaffen in kleinen Gruppen. Das Schutzgebiet im Schatten der beiden erloschenen Vulkane beherbergt noch weitere Primatenarten. Neben ihren natürlichen Feinden, den Leoparden, leben im Schutzgebiet auch Waldelefanten, Waldbüffel und zahlreiche andere Tierarten.



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Die Waldbewohner wähnen sich jedoch nicht vollständig in Sicherheit. Wo bisher die Gorillas und Elefanten lebten, graben tausende von Erzschürfern nach Gold und Coltan, einem Erz, dessen Preis in kurzer Zeit von 75 auf 400 Dollar gestiegen ist. Diese Ressourcen werden von der modernen Industrie für die Herstellung von Computern und Handys benötigt. Beim Abbau dieser Ressourcen wird die Lebensgrundlage der Tiere und der Naturvölker zerstört.



Ohne den unermüdlichen Einsatz der Parkmitarbeiter und der finanziellen und technischen Unterstützung durch die GTZ würde dieser Nationalpark heute nicht mehr existieren. Seit Projektbeginn1985 werden nicht nur Pygmäen, sondern auch sesshafte Jäger und Wilderer zu Touristenführern und Parkwächtern ausgebildet.




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