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Das Waldreservat Mount Cameroon

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Der Mount Cameroon, unter den Einheimischen bekannt als Mount Fako, Berg der Götter, ist mit 4070 m der höchste Gipfel Westafrikas und neben einem anderen in Cape Verde der aktivste Vulkan. Das letzte Mal spuckte er in den Jahren 1999 und 2000 heiße Lava und versprühte die fruchtbare und dem Pflanzenwachstum förderliche Vulkanasche. Das Gebirge steigt in unmittelbarer Nähe der Küste von 0 auf 4000 Höhenmeter. Aus der Ferne ahnt keiner die Höhe des Berges, denn er ist kein kegelförmiger, freistehender Berg, sondern ein breiter, geduckt wirkender Gebirgsstock. Die Mount Cameroon Region zählt zu den artenreichsten weltweit und ist das einzige Gebiet Afrikas, in dem die natürliche Vegetation noch ununterbrochen von den Niederungen bis an den Gipfel existiert: an der Küste die Mangrovenwälder, in den mittleren Lagen die tropischen Regenwälder und in den höher gelegenen Bereichen die baumfreie Savanne. Eine Vielzahl von seltenen Pflanzen- und Tierarten wie Waldelefanten, Schimpansen, Drill-Affen, Antilopen; unzählige Vögel und Insekten finden hier ihren Lebensraum.



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Zahlreiche Routen führen hinauf zum Hauptgipfel, von den Einheimischen Mongoma Loba genannt, und eine Vielzahl von Pfaden windet sich am Fuß des Berges. Auf der steilen „Guinness Route“ können Sie den Berg bereits in zweieinhalb Tagen bezwingen. Zwei Tage empfehlen sich mindestens, um die etwas weniger belaufenen Pfade und das umliegende Ökosystem zu erkunden. Eine beliebte Dreitagestour geht hinauf über die Mann Spring Route und die Guinnes Route wieder hinab. Einmal jährlich findet der Mount-Cameroun-Lauf statt, wobei die Athleten in einer Rekordzeit von ca. 4,5 Stunden den Berg besteigen und wieder runter laufen. Das Volk der Bakweri, das am Mount Cameroon zu Hause ist, hat zu diesem Berg ein besonderes Verhältnis. Früher brachten sie ihm auf dem Gipfel Tier- und auch Menschenopfer dar, denn wenn der Gott wütend wird, schickt er dichten Nebel, Feuer und Erdbeben. Die meiste Zeit ist er den Bewohnern seiner Berghänge gnädig gesonnen und stoppte die heiße Lava im Jahr 2000 kurz vor den Dörfern.



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In unmittelbarer Nachbarschaft des Berges finden sich letzte Reste deutscher kolonialer Vergangenheit: Das Städtchen Buea mit seiner Kirche, dem im wilhelminischen Stil gehaltenen Palast des letzten deutschen Gouverneurs und einem alten Friedhof. Vor dem Postamt steht der Bismarck-Brunnen aus dem Jahre 1898. Der alte deutsche Friedhof befindet sich hinter der Mobil-Tankstelle. Er wird auch heute noch im Auftrag der Botschaft gepflegt.
Wer den Wald retten will, der hat es mit Bauern, Jägern, Nutzern und Händlern zu tun, deren unterschiedliche Interessen diskutiert und gegeneinander abgewogen werden müssen. Die Deutsche Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) widmet sich im Rahmen eines Mount Cameroon Projekts dem Aufbau des Ökotourismus in der Region und versucht, Schutz- und Nutzungsinteressen zu vereinbaren. Für den Staat und die lokale Bevölkerung ist der Ökotourismus eine neue Einnahmequelle. Die Bergführer waren früher zum Teil Jäger (Wilderer ) und kennen sich daher sehr gut mit der Tier- und Pflanzenwelt des Mount Cameroon aus. Die Wanderrouten auf den Mount Cameroon sind ausgewiesen, der Vulkankrater zur Besichtigung freigegeben, Strände und Wasserfälle locken die Touristen.




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