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Der Bonobo (Pan paniscus)

Der Bonobo, auch Zwergschimpanse genannt, ist eine Primatenart aus der Familie der Menschenaffen (Hominidae). Gemeinsam mit dem Gemeinen Schimpansen bildet er die Gattung der Schimpansen (Pan). Im Vergleich zu dem Gemeinen Schimpansen ist der Bonobo viel zierlicher gebaut und hat ein friedliebenderes Wesen.



Beschreibung

Bonobos erreichen eine Kopfrumpflänge von 70 bis 83 cm. Männchen haben ein Gewicht von 37 bis 61 kg, wohingegen Weibchen nur rund 27 bis 38 kg wiegen. Das Fell ist dunkelbraun oder schwarz. Das Gesicht ist unbehaart und dunkler gefärbt als das des Gemeinen Schimpansen, insgesamt ist der Schädel rundlicher und zierlicher gebaut. Viele Tiere weisen einen in der Mitte gescheitelten Haarschopf auf. Die Ohren sind rundlich und ragen aus dem Fell.



Verbreitung

Bonobos sind in der Demokratischen Republik Kongo endemisch, wo sie nur in den mittleren und südlichen Landesteilen vorkommen. Der Flussbogen des Kongo stellt die nördliche Verbreitungsgrenze dar, dieser kaum überquerbare Fluss bildet auch die Grenze zur Heimat der Gemeinen Schimpansen. Im Süden sind sie heute bis zu den Flüssen Kasai und Sankuru beheimatet. Im Gegensatz zu den Gemeinen Schimpansen sind Bonobos auf Wälder beschränkt. Sie bewohnen vorwiegend tropische Regenwälder.



Verhalten

Bonobos suchen ihre Nahrung sowohl auf dem Boden als auch in Baumwipfeln. Vorrangig sind sie jedoch Baumbewohner. Wie alle Menschenaffen sind sie tagaktiv. Höhepunkte ihrer Aktivitäten liegen am Vormittag und am Nachmittag, in der Mittagshitze rasten sie. Zur Nachtruhe fertigen sie ein Schlafnest aus Blättern an. Dieses liegt zumeist hoch oben in den Bäumen und wird in der Regel nur einmal verwendet. Bonobos leben in großen Gruppen von 40 bis 120 Tiere, die sich in Untergruppen aufteilen. Sowohl die Weibchen als auch die Männchen in einer Gruppe etablieren ihre Rangordnung. Dabei kommt es auch zu aggressiven Interaktionen, die zwar nicht seltener, aber von deutlich geringerer Intensität als bei Gemeinen Schimpansen sind. Innerhalb der Großgruppe bilden die Weibchen den Kern und übernehmen auch die Führungsrolle. Überhaupt halten die Männchen zeitlebens einen engen Kontakt mit ihrer Mutter aufrecht – sie bleiben im Gegensatz zu den Weibchen dauerhaft in ihrer Geburtsgruppe. Die Stellung der Männchen in der Gruppenhierarchie dürfte auch vom Rang ihrer Mutter abhängen. Die Bonobos üben zwischen den einzelnen Gruppenmitgliedern häufiges Sexualverhalten, welches der Reduktion von Spannungen und Konflikten dienen soll. Die Reviergröße einer Großgruppe umfasst 22 bis 68 km², was einem groben Durchschnitt von zwei Tieren pro Quadratkilometer entspricht. Die Territorien verschiedener Gruppen können sich überlappen, trotzdem gehen sie einander meistens aus dem Weg oder machen die andere Gruppe durch lautes Gebrüll auf ihr Revier aufmerksam.



Ernährung

Bonobos sind Allesfresser, die sich aber überwiegend pflanzlich ernähren. Früchte machen den Hauptbestandteil der Nahrung aus, Blätter und Kräuter der Bodenvegetation ergänzen insbesondere in fruchtarmen Zeiten den Speiseplan. Daneben nehmen sie auch Insekten und andere Wirbellose zu sich. Entgegen früheren Annahmen jagen die weiblichen Bonobos gelegentlich kleine bis mittelgroße Wirbeltiere.



Fortpflanzung

Ein Bonobo Weibchen bringt nach einer Tragzeit von 220 bis 250 Tagen in der Regel ein einzelnes Jungtier zur Welt. Das Kleine wiegt 1 bis 2 kg. In den ersten Lebensmonaten klammert sich das Jungtier am Fell der Mutter fest, später reitet es auf ihrem Rücken. Die Entwöhnung erfolgt erst nach rund 4 Jahren und nach 5 Jahren kann das Weibchen erneut gebähren. Die Geschlechtsreife tritt mit rund 9 Jahren ein; die erste Fortpflanzung erfolgt jedoch erst einige Jahre später, mit rund 13 bis 15 Jahren. Die Lebenserwartung wird auf 40 bis 50 Jahre geschätzt.



Schutz und Gefährdung

Bonobos sind gehören zu den stark bedrohten Tierarten aufgrund des Verlustes ihres Lebensraumes und der Bejagung durch den Menschen. Zum Schutz der gefährdeten Menschenaffen hat die Regierung der Demokratischen Republik Kongo 2006 ein großes Regenwaldgebiet unter Naturschutz gestellt, das Lamoko-Yokokala-Reservat in der Provinz Équateur. Auf Initiative von Claudine André wurde 2002 das Bonobo-„Waisenheim“ Lola ya Bonobo in der Nähe von Kinshasa errichtet.



(Quelle: Vgl. http://tierdoku.de, Sept. 2010)