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Lobéké-Nationalpark

Leuchtend rotbraune Erde vor immerfeuchtem, lianenumschlungener Regenwald – der Lobéké-Nationalpark im Südosten Kameruns wird auch das Herz des Waldes genannt. Tief drinnen und teils undurchdringlich, an der Grenze zur Republik Kongo sowie der Zentralafrikanischen Republik, liegt das „Herz des Regenwaldes“ und hier lebt auch die Ethnie der Ba’Aka-Pygmäen. Lobéké-Regenwaldaufenthalte sind nur mit einem guten Tourenanbieter möglich, der sich um Verpflegung, Fahrer, local authorities und Verständigung sowie Zulassungen kümmert.

Eine Reise dorthin gehört in die Kategorie Abenteuertrip – aber sie ist nicht unmöglich und erfordert einige an Vorbereitung und Wissen. Was man im Lobéké-Nationalpark sehen kann, welche Rundreise sich in Kombination mit diesem Schutzgebiet lohnen, wie man anreist und in welchen Unterkünften man übernachten kann.

Highlights im Lobéké-Nationalpark

Die Ethnie der Ba’Aka-Pygmäen besuchen und bei der Netzjags begleiten

Ein Flachland­gorilla-Tracking machen

Den Regenwald auf verschiedenen Wanderwegen erkunden

An den Waldlichtungen Waldelefanten beim Aufsaugen der Erdmineralien zuschauen

Einen spektakulären Sonnenuntergang am Sangha-Fluss erleben

Ausflüge und Touren im Lobéké-Nationalpark

In einer geführten Kamerun-Gruppenreise werden Nationalpark-Besucher von Wildhütern sowie von Mitgliedern der Ba’Aka-Ethnie begleitet, die die Tierfährten lesen können. Besonders interessant für Besucher sind die 14 großen Waldlichtungen, unter den Ba’Aka bekannt als „Bais“. An diesen weitläufigen Waldlichtungen versammeln sich Elefanten und Affen, um ihren Nährstoffbedarf aus der mineral- und salzhaltigen Erde zu ziehen.

Die Aktivitäten der Tiere an sieben dieser „Bais“ namens Bolo, Djaloumbe, Djangui, Ndangaye, Ngoa, Petite Savane und Samba werden von Wildhütern bewacht und von Naturforschern dokumentiert und sind Highlight einer jeden Regenwald-Reise in den Lobéké.

Vom Eingang des Nationalparks erreicht man in einer zwei bis dreistündigen Wanderung die Beobachtungsplattform der „Bai“ Petit Savane, in dessen Nähe auch ein Zeltcamp liegt. Wer etwas länger laufen möchte, erreicht in einer vierstündigen Wanderung die Lichtung Djangui-Bai (Grand Savane). Am schönsten sind Aktivitäten in der Morgendämmerung, wenn die Nebelschwaden über den Baumwipfeln hängen.

Tiere im Lobéké-Nationalpark

Typische Bai (Waldlichtung) im zentralafrikanischen Urwald

Der Lobéké-Park beheimatet eine der dichtesten Populationen von Waldsäugetieren im Kongobecken. Dazu gehört eine geschätzte Population von 2000 Elefanten und 3000 Flachlandgorillas, 62 verschiedene Fischarten und 335 Vogelspezies. Es leben hier außerdem Bongo-Antilopen, Sitatungas, Buschböcke, Waldbüffel, Schimpansen, Olivmangaben  und Pinselohrschweine.

Beste Reisezeit für den Lobéké-Nationalpark

Die beste Zeit für einen Besuch liegt in den trockeneren Monaten zwischen Dezember und Februar. Allerdings kommen starke Regenschauer in den immerfeuchten Wäldern Kameruns zu jeder Jahreszeit vor. Reisende müssen außerdem an Malaria-Prophylaxe und eine Gelbfieberimfung denken.

Unterkünfte im Lobéké-Nationalpark

Im Nationalpark gibt es weder Gästehäuser noch Hotels. Das Hauptquartier des Lobeke-Nationalparks Camp Combo bietet Zeltunterkünfte mit einfachen Sanitäranlagen mit Trockentoilette und Eimerdusche. Es gehört zum WWF, ist nicht mehr aktiv, aber kann zum Übernachten genutzt werden. Alternativ gibt es auch Zeltübernachtungen für echte Outdoorfans auf kleinen Zeltplätzen (etwa 30 mal 30 Meter groß) im Dickicht – hier wäscht man sich am Bach und nutzt die Buschtoilette. Außerdem gibt es ein Zeltcamp nahe der „Bai“ Petite Savane.

Anreise zum Lobéké-Nationalpark

Hinein in die Tiefen des kamerunischen Regenwaldes

Touristen landen üblicherweise am Flughafen von Yaounde ⇒ 340 km nach Bertoua ⇒ 330 km nach Yokadouma ⇒ 170 km ins WWF Camp Combo. Die Provinzstadt Yokadouma ist die letzte urbane Station vor dem Regenwald und führt über eine nicht asphaltierte Straße bis hinein ins Schutzgebiet von Lobéké.

Für wen ist der Lobéké-Nationalpark geeignet?

Der Lobéké-Nationalpark ist Teil des Sangha Tri-Nationalparks, zu dem auch das berühmte Dzanga-Sangha Schutzgebiet in der Zentralafrikanischen Republik sowie der Nouabalé-Ndoki Nationalpark in der Republik Kongo gehören und in dem die ursprüngliche, undurchdringliche Regenwald-Natur Zentralafrikas herrscht.

Wer sich auf ein authentisches Dschungelerlebnis begeben und einen unermesslichen Artenreichtum in seiner ursprünglichen Form erleben möchte, kommt hier auf seine vollen Kosten. Allerdings sollten Besucher diese Reise nur auf sich nehmen, wenn sie die notwendige Geduld und Ausdauer für eine abenteuerliche Regenwalderkundung mitbringen.

Mit unterschiedlichen Aufgaben engagieren sich hier unter anderem GTZ, WWF und Weltbank, um den Urwald in Zusammenarbeit mit seinen Bewohnern, den Ba’Aka Pygmäen, so schützen und nutzen, dass er erhalten bleibt.

Ethnien im Lobéké-Nationalpark

Die einheimische Bevölkerung besteht hauptsächlich aus den Ethnien der Bagando und den Bakwele, der Bantu und der Ba’Aka Pygmäen.