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Der Östliche Flachlandgorilla (Gorilla beringei graueri)

Der Östliche Flachlandgorilla, nach dem österreichischen Afrikaforscher auch Grauergorilla genannt, ist eine Unterart des Östlichen Gorillas aus der Primatenfamilie der Menschenaffen (Hominidae). Die zweite Unterart, der Berggorilla, ist mit den Östlichen Flachlandgorillas näher verwandt als mit den Westlichen Flachlandgorillas.



Beschreibung

Östliche Flachlandgorillas sind unbestritten die mächtigsten Mitglieder der Primaten. Männliche Tiere können stehend bis zu 1,75 m hoch werden. Weibchen sind deutlich kleiner. Männliche Tiere erreichen ein Gewicht von bis zu 275 kg. Weibchen wiegen nur etwa die Hälfte. Das Fell ist schwarz. Die älteren Männchen sind durch eine Silberfärbung des Fells gekennzeichnet und tragen daher den Namen „Silberrücken“. Im Gegensatz zu den Westlichen Flachlandgorillas bleibt die Silberfärbung bei ihnen auf den Rücken beschränkt. Die Östlichen Flachlandgorillas unterscheiden sich von den Berggorillas durch ihr kürzeres Haar, die längeren Arme und das schmalere Gesicht.



Verbreitung

Östliche Flachlandgorillas bewohnen den Osten der Demokratischen Republik Kongo, Ruanda und Uganda. Lebensraum dieser Tiere sind wie bei allen Gorillas Wälder, diese Unterart bewohnt Täler und Hügellandschaften im Regenwaldgebiet, aber auch Sekundärwälder. Sie kommen in Höhen von 500 bis 2800 Metern vor.



Verhalten

Östliche Flachlandgorillas leben wie alle Gorillas in Gruppen zusammen, die meist aus einem Männchen, mehreren Weibchen und dem gemeinsamen Nachwuchs bestehen. Das Sozialverhalten ist flexibel, es kann auch zu kurzfristigen Aufteilungen und erneutem Zusammenkommen der Gruppenmitglieder kommen. Das Territorialverhalten ist wenig entwickelt, die relativ kleinen Streifgebiete der einzelnen Gruppen überlappen erheblich. Trotzdem gehen die Gruppen einander meist aus dem Weg. Wie alle Gorillas sind sie tagaktiv, zur Nachtruhe errichten sie Blätternester in den Bäumen oder am Boden, das in der Regel nur einmal verwendet wird.



Ernährung

Früchte sind ein wichtiger Bestandteil der Ernährung der Östlichen Flachlandgorillas. Daneben nehmen sie auch Blätter und anderes pflanzliches Material zu sich. Die Nahrungssuche erfolgt am Boden oder in den Bäumen. In welchem Ausmaß sie auch Insekten und andere Kleintiere zu sich nehmen, ist umstritten.



Schutz und Gefährdung

Durch die menschliche Besiedlung wurde das Verbreitungsgebiet der Östlichen Flachlandgorillas stark verkleinert. Die meisten Tiere leben heute im Kahuzi-Biéga-Nationalpark, weitere Bestände gibt es im Maiko-Nationalpark und im Itombwe-Wald. Die Überwachung der Naturschutzgebiete ist sehr lückenhaft, sodass die Tiere der Jagd zum Opfer fallen oder ihren Lebensraum an die Förderung des Erzes Coltan verlieren. In den letzten zehn Jahren ist die Population beängstigend zurückgegangen. Während Untersuchungen die Zahl der Tiere Mitte der 1990er-Jahre auf 17000 schätzen, existieren heute weniger als 5000 dieser Tiere.



(Quelle: Vgl. http://tierdoku.de, Sept. 2010)