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Der Lékédi Nationalpark

Der Lékédi Park im Südosten Gabuns verdankt seine Entstehung der französisch-amerikanischen Mienengesellschaft COMILOG (Compagnie minière de l’Ogooué) in der kleinen Stadt Bakoumba, welche das Manganabbaugebiet im Jahr 1990 in ein privates Wildreservat verwandelte. Die COMILOG-Materialseilbahn war eine der längsten Seilbahnen der Welt. Sie transportierte von 1957 bis 1986 Manganerz von Moanda in der Provinz Haut-Ogooué im Osten von Gabun über 76 km nach Mbinda in der Republik Kongo. Mit der Fertigstellung der Trans-Gabun-Eisenbahn von Libreville nach Moanda im Jahr 1986 wurde die Materialseilbahn geschlossen.



Für den Nationalpark gab es vielerlei Beweggründe. Zum einen sollten nach der Schließung der Materialseilbahn neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Außerdem sollten Tiere wie unter anderem Büffel, Waldschweine, Antilopen und Fische als Nahrungsgrundlage für die Bevölkerung der Region gezüchtet werden. Dafür wurden zusätzlich Strauße und Impalas aus Namibia überführt und drei Fischereibetriebe aufgebaut. Vordergründiges Ziel war es jedoch, einen Park für Touristen zu gründen, um ihnen die Beobachtung wilder Primaten in ihrem natürlichen Lebensraum zu ermöglichen. Für Hobbyjäger werden auch Möglichkeiten des Jagdtourismus (hauptsächlich Büffel und Antilopen) im privaten Schutzgebiet angeboten.



Das Areal ist, bedingt durch die stetige Vergrößerung des Parks, in drei separat eingezäunte Abschnitte unterteilt und misst insgesamt eine Größe von 14.000 Hektar. Die Landschaft bildet ein Mosaik aus lichtem Regenwald, weiter Savanne und üppigem Grasland. Mit einem Allradfahrzeug ist der Park das ganze Jahr in Begleitung eines ortsansässigen Guides befahrbar. Das Schutzgebiet ist ein perfekter Ort, um Primaten zu beobachten. Nirgends sonst in Gabun gibt es so viele Mandrills, von denen bereits einige an die Menschen gewöhnt sind. Zudem wurden Westliche Flachlandgorillas und Schimpansen ausgewildert. Auf einer über 350 m langen Hängebrücke können die Parkbesucher in den Baumwipfeln auf Augenhöhe mit den Primaten verweilen.